Masse gegen Resonanz
Das Gehäuse ist eine komplette Eigenentwicklung. Boden und Deckel bestehen aus 6 mm, die Seiten aus 12 mm, die Rückwand aus 10 mm und die Front aus massiven 25 mm Aluminium nach Aerospace-Norm 6061. Die unterschiedlichen Wandstärken brechen Gehäuseresonanzen auf, Mikrovibrationen erreichen die empfindlichen Bauteile nicht mehr. Der Klang gewinnt an Ruhe und Kontur, der Bass an Autorität.
Mit knapp 20 kg wiegt der Pirol doppelt so viel wie der Stereoplayer. Er steht auf aufwendig entkoppelten Präzisionsfüßen aus Edelstahl, die ihn vom Untergrund trennen und Trittschall aus dem Rack fernhalten. Den Bedienknopf drehen wir ebenfalls aus vollem Edelstahl.
Der DISCRETE PURE DSD DAC
Weit über 90 % aller D/A-Wandler basieren auf Standard-Chips von der Stange, etwa von ESS Sabre oder AKM. Wir haben bewusst einen anderen Weg gewählt. Statt um theoretische Messwerte zu wetteifern, konzentrieren wir uns auf das, was beim Hören zählt: die analoge Authentizität und die Dynamik deiner Musik.
Ein klassischer R2R-DAC ist er auch nicht. R2R-Wandler können musikalischer klingen als moderne Standard-Chips, sie arbeiten aber weiterhin mit PCM. Aufwendige Widerstandskaskaden bilden dort Multibit-Stufen von 16 bis 24 Bit nach, und die Schwächen der PCM-Filterung bleiben.
Unser Wandler ist zu 100 % diskret aufgebaut, ohne DAC-Chip und ohne FPGA-Simulation, und verarbeitet ausschließlich einen reinen 1-Bit-DSD-Datenstrom. Bildlich gesprochen arbeitet die Schaltung wie ein präziser analoger Rechenschieber: Eng tolerierte Einzelbauteile formen das Signal, von Hand in Deutschland bestückt. Im Signalweg gibt es weder Firmware noch DSP-Chips.
Kein aktiver Ausgangsverstärker
Fast jeder herkömmliche DAC braucht nach der Wandlung eine aktive Ausgangsstufe aus Operationsverstärkern oder Transistoren, manche auch aus Röhren, um die winzigen Ströme und Spannungen für deine Anlage aufzubereiten. Genau diese Bauteile fügen dem Signal Eigenklang und Rauschen hinzu, dazu Phasenfehler und Verzerrungen.
Der Pirol kommt ohne diese Stufe aus. Ein 1-Bit-DSD-Signal ist im Grunde schon eine direkte Abbildung der analogen Wellenform. Das analoge Signal steht deshalb unmittelbar nach dem diskreten Wandlernetzwerk und der passiven Filterung bereit. Weniger Bauteile im Signalweg bedeuten mehr Transparenz und einen ruhigen Hintergrund, und das hörst du sofort.
Warum Pure DSD
Fast alle digitalen Aufnahmen liegen im PCM-Format vor. Das Signal wird dabei mehrfach bearbeitet: Bei der Aufnahme wie bei der Rekonstruktion sind Interpolationen und Dezimierungsfilter nötig, also Schätzungen.
DSD folgt einem natürlicheren Prinzip. Wo PCM bei 24 Bit 16.777.216 Stufen kennt, kennt DSD bei sehr hohem Takt bis DSD512 nur zwei Zustände: Das Signal steigt oder es fällt. Rechen- und Wandlungsfehler werden so physikalisch minimiert.
Dein Gehör orientiert sich vor allem an Transienten, am ersten Anstrich des Bogens auf der Geigensaite oder am harten Impuls eines Drumsticks. PCM-Filter neigen hier zu unnatürlichem Ein- und Nachschwingen. Pure DSD bildet diese Impulse so ab wie das analoge Original. Nicht ohne Grund gilt DSD im Studio als das „digitale Analog“.
Das Diagramm zeigt genau das. Ganz links steht ein analoger Impuls von wenigen Mikrosekunden Länge, daneben, wie die Wandlerprinzipien damit umgehen. PCM verbreitert den Impuls und lässt ihn vor- und nachschwingen, bei 48 kHz am stärksten, bei 192 kHz weniger, aber immer noch deutlich. DSD gibt ihn so kurz und sauber wieder wie das Original.
Das systembedingte Rauschen verschiebt modernes Noise Shaping vollständig in den unhörbaren Hochtonbereich. Im Hörbereich bleibt Raum für Dynamik und feinste Auflösung.
Pavel Pogodin und die DSC-Schaltung
Die DSC-Schaltung hat der Digitalspezialist Pavel Pogodin entwickelt. Exklusiv für apolitan hat er eine weiterentwickelte Version entworfen: Statt auf einer zweilagigen Platine sitzt sie auf einer vierlagigen. Das erlaubt ein besseres Layout. Noch wichtiger sind die gezielten Abschirmflächen, die sich auf einzelnen Lagen anlegen lassen. So ließ sich das Ergebnis noch einmal deutlich verbessern.
Kurz vor der Wandlung wird das Audiosignal vollständig galvanisch getrennt, Störungen und Massebrummen bleiben draußen. Unmittelbar vor der Wandlung taktet ein NDK-Präzisionsquarz das Signal neu und drückt den Jitter auf ein Minimum. 29 dedizierte Spannungsregler versorgen alle Baugruppen der Platine sauber und stabil.
Der DAC im Faraday-Tresor
Beim Stereoplayer saß der DAC offen im Gehäuse. Im Pirol hat er einen eigenen Tresor aus 2 mm Edelstahl, innen und außen vollflächig mit Reinkupfer verkleidet. Dieses Sandwich hält hochfrequentes Rauschen ebenso fern wie magnetische Wechselfelder. Hörbar wird das als tiefschwarzer Hintergrund und als plastische Tiefenstaffelung.
Auch das Mainboard ist geschirmt. Alle ungenutzten Steckplätze tragen eine Abdeckung aus 2 mm Edelstahl, damit sie nicht als Antennen für Streustrahlung wirken. Das Signal bleibt sauber, Impulse kommen präziser.
Ein vollwertiger Server
Viele Streamer setzen auf einen Mini-PC, einen NUC oder sogar einen Raspberry Pi. Für reines Streaming reicht das. Im Pirol arbeitet ein vollwertiges Mainboard mit einem leistungsstarken Intel-i7-Prozessor, damit er für alles gerüstet ist: Upsampling, Raumkorrektur über Filterdateien und nicht zuletzt der DAC, der für die Umwandlung in reines DSD selbst viel Rechenleistung braucht.
Die Kühlung haben wir maßgefertigt. Sie arbeitet lautlos, mit 0 Sone.
Vor allem aber ist der Server modular aufgebaut, nach internationalem Industriestandard. Einzelne Komponenten lassen sich tauschen und aufrüsten. So bleibt der Pirol über viele Jahre auf der Höhe der Zeit.
Pure DSD trifft Rechenleistung
Weil der DAC ausschließlich reines DSD annimmt, wandelt der Server PCM-Quellen in Echtzeit präzise um. Über Roon und moderne Modulatoren wie CLANS 7. Ordnung wird deine Musikbibliothek in feine DSD-Streams bis DSD512 verwandelt.
Da der Wandler ohne klangverbiegende interne Filterung arbeitet, reagiert er feinfühlig auf deine Wahl des Rekonstruktionsfilters, linearphasig oder minimalphasig. So stimmst du das System auf deinen Hörraum und deinen persönlichen Geschmack ab.
Der DISCRETE PURE DSD DAC ist kein Massenprodukt. Er verzichtet auf alles, was der Musik im Weg steht, vom Standard-Chip bis zum Ausgangsverstärker. Er ist ein Werkzeug für alle, die die Intimität und Energie einer echten Live-Darbietung spüren wollen. Höre deine Musik so, wie sie gedacht war.
Zwei Netzteile, zwei Aufgaben
Den analogen Teil versorgt ein maßgefertigter Ringkerntrafo in Audio-Grade-Qualität mit minimiertem Streufeld. Er sitzt so weit wie möglich von der DAC-Platine entfernt. Das senkt das 50-Hz-Brummen und induzierte Wirbelströme deutlich. Feinste Hallfahnen und Ausklingvorgänge bleiben erhalten.
Anders als beim Stereoplayer ist das analoge Netzteil ein echtes Linearnetzteil mit hochpräzisem Linearregler und großer Siebung. Was man im Gerät sieht, ist nur die halbe Wahrheit: Unter dieser Platine liegt eine zweite in gleicher Größe. Sie trägt einen EMI-Filterkreis und einen DC-Filter, die Einstrahlungen und Gleichspannungsanteile aus dem Stromnetz abfangen, bevor sie das Netzteil erreichen.
Für den digitalen Teil setzen wir auf ein vollständig gekapseltes Schaltnetzteil mit nachgeschalteter Filterplatine. Beim Stereoplayer lag die Restwelligkeit bei typischen 120 mV, im Pirol sind es 5 bis 7 mV. Die Grafik veranschaulicht den Unterschied im gleichen Maßstab. Das ist Strom auf dem Niveau sehr guter Linearnetzteile, bei der Impulsschnelligkeit eines Schaltnetzteils. Die Höhen klingen seidig und ermüden auch bei langem Hören nicht.
Anschlüsse
Analog gibt der Pirol sein Signal symmetrisch über XLR oder über Cinch aus, für jeden Kanal per Schalter wählbar. Für Daten stehen zwei USB-3.0-Buchsen bereit. Dazu kommen Ethernet, zwei USB-Buchsen für den DAC und ein Service-Anschluss.
Abmessungen
Der Pirol ist 445 mm breit, 360 mm tief und 102 mm hoch. Mit den Füßen kommen 23 mm hinzu, insgesamt also 125 mm.