Es war im Jahre 2012.

Ein eigener CD-Player auf höchstem Niveau war geplant, als wir beim Recherchieren auf ein interessantes Projekt stießen.

Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir einen großen Bogen um jeden Computer gemacht, wenn es um höchstwertige Musikreproduktion geht.

Es waren die mäßigen Ergebnisse der früher üblichen Wiedergabeszenarien. Musikdateien wurden komprimiert um Speicherplatz zu sparen, Hard- und Software waren von der Stange. Alles eher schlecht als recht. Wir waren überzeugte „Analoge“.

Aber nun wurde es höchst interessant.

Das Cics Memory-Player-Projekt, ein kompromissloser Musikrechner, der unter rein klanglichen Aspekten bis in die tiefsten Betriebssystem und Registryregionen optimiert wurde und man wirklich keinen Kunstgriff ausließ, einen Computer derart zu manipulieren, dass er ausschließlich mit der Aufgabe der perfekten Musikwiedergabe betraut ist.

 

Mehr als ein halbes Jahr verbrachten wir mit dem Aufbau und Abstimmung eines solchen Players. Das Ergebnis war sensationell, keine Frage. Es war der Zeitpunkt, an dem wir erkannten, welches Potential in der ungeheuren Rechenpower moderner Prozessoren steckt und dass es für uns keine Rückkehr zum CD-Player mehr geben kann.

Er war sehr groß, die Bedienung spartanisch.

The Cics Memory Player

Windows XP ultra light

250 Neustarts waren erforderlich, um das Betriebssystem und die Hardware auf das absolute Minimum zu beschränken, um nur Musik wiedergeben zu können.

150MB war das gesamte System nur noch „leicht“

Das Projekt war strikt.

 

Auf der Hardwareseite gab es eine Komponentenliste erlesener Bauteile, die peinlich abgearbeitet werden musste. Nichts blieb dem Zufall überlassen. Noch viel länger war die Liste der Modifikationspunkte für das Betriebssystem, dem Bios und der Abspielsoftware.

Sollte sich der Aufwand lohnen?

Da haben wir überhaupt keinen Zweifel. Klanglich spielte sich der Player derart leicht an unseren langjährigen Referenz- und Arbeitsgeräten vorbei, dass man auch über die etwas umständliche Bedienung leicht hinweg sah.

Erfreulich war der Umstand, dass schon dieser Musikserver vollkommen lautlos war, weil die Kühlung der Komponenten passiv erfolgte.

(Originalbild)

Referenz CD-Player

Bedienungsfreundlichkeit
intuitiv, einfach 80%
Funktionsumfang
Abspielen 40%
Klang Performance*
94%

*Als Referenzgeräte kamen ein Wadia23, ein schwer modifizierter Teac VRDS 25X, ein gleichermaßen stark modifizierter Naim CD3 sowie ein Accuphase DP-430 zum Einsatz.

Cics Memory Player

Bedienungsfreundlichkeit
kompliziert 30%
Funktionsumfang
Abspielen, Speichern 65%
Klang Performance
97%

Das sehr mäßige Bedienungskonzept des Cics Memory Players ließ zu wünschen übrig, zudem waren dessen Abmessungen mit einer Höhe von 16cm und einer Tiefe von 46cm(!) mehr als stattlich.

Die Idee, eine Variante zu entwickeln, die die Vorteile beider Konzepte vereint, wurde von Tag zu Tag größer.

Während der Entwicklung unseres ersten eigenen Musikservers blieb der Cics Memory Player als klangliche Referenz.

Denn eines hatte der Cics Memory Player eindrucksvoll bewiesen. Es lohnt, sich ernsthaft mit den tatsächlichen Recourcen moderner Computer-Komponenten hinsichtlich der Verarbeitung von Musikinformationen zu beschäftigen.

Wenn man es richtig betrachtet, stellt der „gemeine“ CD-Spieler nichts anderes dar, als einen versteckten Digitalrechner, der die mit Einsen und Nullen gespickten Silberlinge abtastet und sie letztendlich, in analoge Signale gewandelt, ausgibt. Eine sanfte digitale Revolution.

 

Urvater eines digitalen Quellgerätes ist der CD-Player

Was macht einen guten CD-Player aus?

Wir wissen um die wesentlichen Entwicklungs- und Abstimmungsfelder, die einen Compact Disk Player zu einem außergewöhnlich hochwertigen Wiedergabegerät macht, sie finden sich auch in unseren STEREOPLAYERN wieder und werden bis ins Detail optimiert.

Laufwerk

Die Qualität des mechanischen Laufwerks ist für das korrekte Auslesen der digitalen Signale wichtig

Rechner

Sobald die CD-Wiedergabe gestartet ist, müssen die Daten in Echtzeit übertragen werden. Fehler, die auf jeder CD vorhanden sind, müssen korrigiert werden. Dazu gibt es einen "Mini-Computer" in jedem CD-Player, der zudem auch die Steuerung übernimmt

Digital-Analog-Wandler

Die Achillesferse einer jeden digitalen Audio-Komponente. Wir Menschen können mit Nullen und Einsen nichts anfangen, aus diesen Codes ein analoges und somit hörbares Signal zu formen, ist ein Kunst für sich

Ausgangs-Verstärker

Das umgewandelte Signal des DACs ist nicht ausreichend stark und muss daher verstärkt werden. Also eine komplette Komponente, durch die das gesamte Signal geschleust werden muss

Energie

Eine gute stabile Stromversorgung ist in jeder Audio-Komponente ein qualitätsbestimmender Faktor. Eine gute Stromversorgung wird schnell teuer, der Grund für oftmals suboptimale Lösungen

Streaming – old school

Da sich ein CD-Player im Alltagsleben nicht auf puffernde Speicherkapazitäten berufen kann, muss er Ihre Compact Disc in Echtzeit streamen. Was bedeutet das?

Auch wenn der Begriff „Streaming“ gerade in der heutigen Zeit mit modernen Multimedia-Lösungen in Verbindung gebracht wird, ist es in diesem Zusammenhang ein großer, Prinzip bedingter Nachteil des herkömmlichen CD-Players.

Es bedeutet nämlich, dass die Informationen der CD genau in dem Moment ausgelesen werden, in dem sie auch ausgegeben werden.

Befinden sich Fehler auf dem Medium, können sie nicht durch wiederholtes oder langsameres Lesen rekonstruiert werden. Man hilft sich mit Fehlerkorrektur-Systemen, die in diesem Fall greifen und die Ursprungsinformation mit digitalen Nullen auffüllt, um die Wiedergabe nicht unterbrechen zu müssen.

Da Fehler, die zudem auch noch in mehreren Kategorien indiziert werden, auf fast jeder CD vorhanden sind, liest sich diese Hilfslösung wenig audiophil.

Nichtsdestotrotz brauchte sich der CD-Player viele Jahre nicht sorgen, es gab keine echte Alternative. Der Hauptgrund dafür liegt sicher in der Datenmenge, die sich problemlos auf einen Silberling schreiben ließ. Das wird erst richtig deutlich, wenn man die üblichen Speicherpreise der jeweiligen Zeit heranzieht.

Entwicklung der Speicherpreise

Das Datenvolumen einer Musik-CD ist – seit 1982 – immer gleich groß. Möchte man den gesamten Inhalt verlustfrei auf einer Festplatte speichern, wird ein Speichervolumen von ungefähr 1GB benötigt. Wenn man nun schaut, welcher finanzieller Aufwand in in der jeweiligen Zeit notwendig gewesen wäre, werden die Bemühungen, ein datenreduziertes Audio-Format zu entwickeln, leicht nachvollziehbar.

0 Euro
1985
104000 Euro
1993
1600 Euro
1997
90 Cent
2005
45 Cent
2017

Heute spielen Speicherkosten keine große Rolle mehr,

selbst wenn man eine große unkomprimierte

Musik-Bibliothek anlegen möchte.

Heute spielen Speicherkosten keine große Rolle mehr, selbst wenn man eine große unkomprimierte Musik-Bibliothek anlegen möchte.

Das sind komplett neue Voraussetzungen in einem alten Zusammenhang.

Hatte man sich Anfang der 80er Jahre noch auf das „Red-Book“ Format geeinigt, um ein standardisiertes Audio-Protokoll zu haben, welches die Datenmenge zumindest auf ein erträgliches Maß reduziert, gibt es heute gar keine Notwendigkeit mehr dazu.

Ganz im Gegenteil.
Man nutzt heute die Gelegenheit und ignoriert zunehmend das Red-Book Format. Auf Masterbändern liegen die Aufnahmen, die einst herunter gerechnet wurden in voller Auflösung vor. Auch ziehen immer mehr hochauflösende AD-Wandler in die Aufnahmestudios der Musikproduktionen. Das hat zur Folge, dass immer mehr Produktionen den Markt erreichen, die mehr Informationen beinhalten als sie auf einer Compact Disc Platz finden, denn:

Leider kein High Resolution Audio

Auf einer Compact Disc ist die native Auflösung auf 16Bit / 44,1kHz beschränkt.

Wir möchten an dieser Stelle klar aussprechen, dass eine beispielsweise 24Bit/192kHz Aufnahme nicht grundsätzlich besser klingt als eine mit 16Bit/44,1kHz. Das ist vollkommen daneben. Die letzendliche Qualität einer Musikproduktion hängt von unglaublich vielen Faktoren ab, sodass es hier und da sogar genau anders herum sein kann.

Aber, und hier kommt das Entscheidende:

wenn eine Produktion in verschiedenen Auflösungen nativ vorliegt, wird eine hohe Auflösung sicher besser sein. Weil sie schlichtweg mehr Informationen enthält.

Dies ist ein Hauptgrund, warum wir heute nicht mehr Energie in eine Entwicklung eines CD-Players investieren möchten, denn dessen Fähigkeiten sind systembedingt überholt.

Es kommen weitere Veränderungen und Entwicklungen in der Digitaltechnik zum Zuge, die sich in ein Konzept eines Musikservers einbinden lassen und das Level einer digitalen Quellkomponente deutlich über das eines herkömmlichen CD-Players heben.

Ripping

CDs können absolut akkurat eingelesen werden. Ist der Auslesevorgang gestartet, wird im Hintergrund eine Abfrage des eingelegten Albums ausgelöst. Hierbei handelt es sich um eine Datenbank, die alle Daten einer CD-Produktion verifiziert zur Verfügung stellt.

Metadateien: alle Informationen um ein Album herum. Interpret, Titel, Genre, Erscheinungsdatum usw. werden übernommen, sie können zu diesem Zeitpunkt auch individuell angepasst werden.

Prüfsummen: die Inhalte der eigentlichen Tracks sind in Form von Prüfsummen abgelegt. Während des Rippens werden mit den gleichen Berechnungen eigene Prüfsummen generiert und diese mit denen der Datenbank abgeglichen. Sollte es Abweichungen geben, wird die Geschwindigkeit des Auslesens herabgesetzt oder auch wiederholt.

Letztendlich werden die bitgenauen Daten auf den internen Festplattenspeicher geschrieben und können fortan zu jeder Zeit abgerufen werden. Fehlerfrei, so wie die Musik ursprünglich auf den Datenträger geschrieben wurden.

Memory Playing

Die Leistung moderner Solid State Disks sowie RAM-Speicher macht das sogenannte Memory Playing möglich.

Das bedeutet, dass ein angewähltes Musikstück vor dem Abspielen komplett in den Arbeitsspeicher (RAM) übertragen wird.

Beim eigentlichen Abspielen sind dann keine Festplattenaktivitäten mehr erforderlich. Die Musik „fließt“ nur noch aus dem Arbeitsspeicher ab.

Zum einen ist die „angeborene“ Fehlerquelle der Echtzeitwiedergabe samt Fehlerkorrektur eines herkömmlichen CD-Players definitiv abgestellt, zum anderen wird verhindert, dass durch HDD Aktivitäten die Performance beeinträchtigt wird.

Netzwerk

Durch einen Netzwerkanschluß ergeben sich vollkommen neue Möglichkeiten.

Die Steuerung der Wiedergabe kann beispielsweise smart über ein Tablet erfolgen. Dabei ist man zu jeder Zeit über das Geschehen informiert.

Ein gesuchtes Musikstück kann einfach und schnell gefunden werden, das Durchstöbern der eigenen Musikbibliothek erreicht ein neues Level.

Ein Zugriff auf das Internetradio oder auf Streamingdienste erweitert die eigene Musiksammlung und inspiriert zum Entdecken neuer Musik.

Es ist heute möglich, fehlerfrei und „bitgenau“ Musik zu reproduzieren, wie es früher nur in den besten professionellen Musikstudios möglich war.

Zusammenfassung

Wie Sie sicher längst erkannt haben, ist unsere Entscheidung bei der Suche nach der idealen Digitalquelle auf die Entwicklung eines Musikservers gefallen, es sprechen zu viele Gründe gegen eine Neuauflage des CD-Players.

 

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